Gesundheit von Jugendlichen

Zwei gesamtschweizerisch durchgeführte Studien (HBSC[1] und SMASH[2]) aus dem Jahre 2002 zur Gesundheit Jugendlicher im Alter von 11 bis 20 Jahren belegen, dass Jugendliche nicht zu vernachlässigende Probleme haben und Verhaltensweisen zeigen, die ihre persönliche und soziale Entwicklung sowie ihre psychische und physische Gesundheit[3] nachhaltig beeinflussen können[4]:

 

  • 32% der Mädchen und 24% der Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren sind mehrmals pro Woche oder gar täglich müde. 54% der Mädchen und 45% der Jungen im Alter von 16 bis 20 Jahren haben den Eindruck, ständig müde zu sein.
  • Je älter sie werden, desto öfter überspringen Jugendliche Mahlzeiten, besonders das Frühstück und das Nachtessen. Nur 38% der Mädchen und 30% der Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren essen täglich Gemüse. Früchte werden von 40% der Mädchen und 30% der Jungen dieses Alters täglich gegessen. Ein nicht zu verharmlosender Anteil (26% der Mädchen und 37% der Jungen von 11 bis 16 Jahren) konsumiert hingegen Süssgetränke.
  • Die 16- bis 20-Jährigen berichten, dass sie den Sport aufgeben, weil sie keine Zeit mehr haben (60% der Mädchen und 47% der Jungen), lieber etwas anderes machen (37% der Mädchen und 43% der Jungen), zu faul sind (27%), körperlich hart arbeiten (11% der Mädchen und 29% der Jungen) oder Sport nicht mögen (25% der Mädchen und 22% der Jungen).
  • Selbstmordgedanken sind in der Adoleszenz verbreitet: Bei den 16- bis 20-Jährigen geben 21% der weiblichen und 15% der männlichen Befragten an, solche Gedanken im Jahr vor der Befragung gehabt zu haben.
  •  42% der Mädchen und 67% der Jungen im Alter von 16 bis 20 Jahren geben an, ein- bis mehrmals pro Woche Alkohol zu trinken.
  • Fast die Hälfte der Jugendlichen hat mit 15 Jahren schon Cannabis konsumiert. Das ist eine der höchsten Konsumraten in Europa. Die meisten Jugendlichen bleiben jedoch Gelegenheitskonsumierende.

 

Mädchen und junge Frauen sind besonders betroffen von einer verzerrten Körperwahrnehmung und einem problematischen Essverhalten. So sind zunehmend mehr 16- bis 20-Jährige unzufrieden mit ihrem Körpergewicht. Das tatsächliche Gewicht spielt dabei offenbar kaum eine Rolle.

 

  • 24% der Mädchen im Alter von 16 bis 20 Jahren finden sich zu dick, die aufgrund ihres angegebenen Body Mass Index (BMI = Gewicht / Körperlänge²) eigentlich untergewichtig sind und 70% der Mädchen wollen abnehmen.
  • Das Anstreben von Schönheitsidealen kann zu Diätverhalten motivieren, das nicht nur eine bedarfsgerechte Versorgung mit Nährstoffen gefährdet, sondern auch zu Magersucht oder Bulimie (Ess-Brech-Sucht) führen kann. Der Anteil der jungen Frauen, der sich häufig und ausgeprägt Gedanken über das Essen macht, ist bemerkenswert hoch. Oft steht diese starke Beschäftigung am Anfang einer klinisch bedeutenden Essstörung.

 

Auch im Bereich der psychischen Befindlichkeit sind überwiegend Mädchen von Gesundheitsbeeinträchtigungen betroffen:

 

  • 48% der Mädchen wünscht sich Unterstützung, um Stress und Nervosität abzubauen.Bei Traurigkeit und Deprimiertheit melden 34% der Mädchen einen Unterstützungsbedarf an.
  • Ungefähr jedes zehnte Mädchen zwischen 16 und 20 Jahren muss aufgrund der Antworten auf eine Serie von Fragen zum Zeitpunkt der Befragung als depressiv eingestuft werden.


[1] Die HBSC Studie (Health Behaviour in School-Aged Children) wird alle vier Jahre unter der Leitung der Weltgesundheitsorganisation in 36 Ländern bei Jugendlichen von 11 bis 16 Jahren durchgeführt.

[2] Die SMASH Studie (Swiss milticenter adolescent survey on health) wurde erstmals 1993 durchgeführt. Vorliegende Ergebnisse sind aus dem Jahr 2002. Teilnehmende sind 16 bis 20-Jährige.

[3] roundabout geht von einem ganzheitlichen Verständnis des Begriffs Gesundheit aus, der psychische, physische, seelische und soziale Aspekt beinhaltet.

[4] Alle statistischen Angabenbeziehen sich auf die Broschüre „Die Gesundheit der Jugendlichen als Spiegel der Gesellschaft“. Diese wurde mit Unterstützung der Gesundheitsförderung Schweiz  von A. Tschumper (Institut für Psychologie der Universität Bern) und C. Diserens (Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Lausanne) mit den beiden Forschungsteams HBSC und SMASH verfasst.